Die Naegele-Regel einfach erklärt

Mit der Naegele-Regel stellte der Gynäkologe Franz Naegele eine einfache und verlässliche Formel zur Berechnung des Geburtstermins auf und das bereits vor 200 Jahren. Zwar ist nicht sicher, ob der Heidelberger Arzt wirklich der Erfinder der Regel war oder er sie vielmehr übernahm und schlicht schriftlich erwähnte. Die Formel selbst wird jedoch nach wie vor angewendet. Mittlerweile stehen dafür moderne Rechner wie der Rechner auf der Startseite (jetzt den Geburtstermin berechnen) parat – dank der einfachen Regel geht es jedoch auch ohne diese.

Den Geburtstermin mit der Naegele-Regel berechnen

Die Naegele-Regel wirkt auf den ersten Blick recht kompliziert. Zumindest in dieser Form:

Erster Tag der letzten Regelblutung + eine Woche – drei Monate + ein Jahr = Errechneter Geburtstermin

Dabei werden zum Datum des letzten Menstruationsbeginns lediglich sieben Tage hinzugerechnet und drei Monate abgezogen. Das errechnete Datum im folgenden Jahr ist dann der voraussichtliche Geburtstermin. Noch verständlicher wird es mit folgendem Beispiel:

Der erste Tag der letzten Regelblutung war der 08.08.2015. Durch die Addition von sieben Tagen wird daraus der 15.08.2015. Nun werden drei Monate subtrahiert, wodurch das Ergebnis 15.05.2015 lautet. Fehlt noch das Hinzurechnen des Jahres und schon steht mit dem 15.05.2016 das wahrscheinliche Geburtsdatum des neuen Erdenbürgers fest. Hierbei wird allerdings von einer Standard-Zyklusdauer ausgegangen, die 28 Tage beträgt. Die Naegle-Regel kann aber auch dann zur Berechnung des Geburtstermins verwendet werden, wenn die Zyklusdauer vom Standard abweicht. Dann kommt allerdings die erweiterte Form zum Einsatz.

Die erweiterte Naegele-Regel

Die Grundform der Naegele-Regel bleibt auch bei der Erweiterung bestehen. Hier wird lediglich die Abweichung von der Standardzykluslänge in Tagen berücksichtigt. Beträgt die durchschnittliche Zykluslänge 25 Tage, ist also drei Tage kürzer als der Standard, wird das errechnete Datum um ebenfalls drei Tage vorverlegt. Im Falle des obigen Beispiels also auf den 12.05.2016.
Bei einer durchschnittlichen Länge von 31 Tagen kommt es hingegen zur Addition. Anstatt am 15. Mai wäre nun also der 18.05.2016 das wahrscheinliche Geburtsdatum.

Die Regel ist keine Garantie

Ob der genaue Tag der Zeugung bekannt ist oder die Naegele-Regel zur Berechnung herangezogen wird, beides ist keine Garantie für die Niederkunft zum Wunschtermin. Auch wenn die Geburt 21 Tage vor oder 14 Tage nach dem errechneten Geburtsdatum einsetzt, handelt es sich hierbei um eine sogenannte Termingeburt.

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