Was muss in die Kliniktasche?

Eine Geburt ist unglaublich aufregend. Man weiß nicht wie es laufen wird, was einen genau erwartet und wie schnell oder langsam der ganze Prozess sein wird. Egal wie gut man sich vorbereitet mit Geburtsvorbereitungskursen, Büchern oder Erfahrungsaustausch, man ist dennoch voller Ängste und Sorgen.

Eines der wenigen Dinge die man aber sehr wohl beeinflussen kann, ist die entsprechende Vorbereitung auf den Krankenhaus-Aufenthalt. Da man nicht einschätzen kann wie lange man bleiben wird ist man definitiv entspannter, wenn man einen fix fertig gepackte Kliniktasche hat von der man weiß, dass alles drinnen ist was man brauchen könnte.

Deshalb findest du im Folgenden meine Empfehlungen was du mitnehmen solltest. Ich persönlich war eher mittelmäßig vorbereitet und musste leider volle fünf Tage bleiben. Das kann durchaus passieren und man braucht entsprechend mehr Dinge mit.

Damit euch das nicht passiert und ihr super gewappnet seid jetzt die Liste:



Kleidung

Klar irgendetwas muss man ja anziehen. Nimm dir in erster Linie gemütliche Dinge mit und achte darauf, dass die Hosen weich sind. Nichts ist unangenehmer als eine einschneidende Hose nach einer Geburt oder schlimmstenfalls einem Kaiserschnitt.

Auch ein paar warme Dinge sollten nicht fehlen, der Kreislauf und die Erschöpfung lassen einen leicht frieren und Spitäler können manchmal ein wenig „unterheizt“ sein. Willst du Stillen, dann kannst du dir bereits Still-BHs und Still Leibchen mitnehmen. Da ist alles schnell aus- und wieder eingepackt.

Als groben Richtwert für die Kleidergröße nach der Geburt kann man sagen, dass man, was die Körperfülle anbelangt, ca. auf den Stand den man im siebten Monat der Schwangerschaft hatte zurückfällt.

Für dein Baby wird in der Regel alles bereitgestellt. Bodys, Strampler, Windeln etc. sind auf den Geburtenstationen vorhanden. Auch Flaschennahrung, falls Stillen nicht geht oder du nicht möchtest, ist vorhanden.

Möchtest du allerdings relativ bald nach der Geburt ein kleines Fotoshooting machen (sehr empfehlenswert), dann empfehle ich dir vorher schon ein paar süße Kleidungsstücke zu besorgen und mitzunehmen. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest nimm ein Outfit in Größe 50 und 52 mit, eines wird deinem Schatz dann bestimmt passen.

 

 

Körperpflege

Die üblichen Basis-Dinge, die man auch in den Urlaub mitnehmen würde reichen eigentlich aus.

Das Thema Wochenfluss möchte ich auch ansprechen. Es variiert von Frau zu Frau stark wie intensiv er ausgeprägt ist und ist. Die ersten paar Tage nach der Geburt sind am stärksten. Das Krankenhaus stellt sehr dicke und saugstarke Binden zur Verfügung, diese sind aber eher unangenehm zu tragen und erinnern ein wenig an das Mittelalter.

Folgende Alternativen gibt es, jeder muss selbst entscheiden was für ihn persönlich und aufgrund seines individuellen Wochenflusses die beste Variante ist.

Sehr dicke und saugstarke Binden sind deutlich bequemer und eine super Alternative wenn der Wochenfluss nicht zu heftig ist.

Wenn er stärker ausgeprägt ist kann man statt der Spitalsbinden entweder Inkontinenzeinlagen verwenden oder sich sogar überlegen Windeln für Erwachsene zu nehmen. Natürlich irritiert einen die Vorstellung aber gebt der Überlegung eine Chance.

Der große Vorteil, neben dem Tragekomfort, ist nämlich, dass ihr so ganz entspannt schlafen könnt. Und zwar ohne Angst haben zu müssen, dass ihr es nicht bemerkt und das Bett und ihr selbst seid voll.

Jeder muss natürlich selbst entscheiden aber das wäre mein Gedankenanstoß zu dem Thema.

 

Beschäftigung

Neugeborene schlafen viel und Spitäler trumpfen oft mit langen Wartezeiten auf. Das heißt nehmt euch ein Buch, Musik oder ähnliches mit um euch sinnvoll die Zeit vertreiben zu können.




Für die Geburt selbst

Bei der Geburt bekommt man die klassischen Krankenhaus-Kittel die unten und hinten offen sind. Die sind auch optimal für die Situation. Bei einer Wassergeburt braucht man natürlich keine Kleidung.

Sicherheitshalber warme Socken mitzuhaben ist kein Fehler, doch ich denke die körperliche Belastung wird dich einigermaßen warm halten.

 

Lebensmittel & Getränke

Ganz wichtig ist es etwas für den Energiehaushalt mitzuhaben. Zum Thema essen und trinken während der Geburt könnte man eigentlich einen eigenen Text verfassen.

Der Grund warum Ärzte eher dazu raten nichts oder nur extrem leicht verdauliche Dinge zu sich zu nehmen ist, dass, falls tatsächlich komplikationsbedingt eine kurzfristige Vollnarkose notwendig ist, die Gefahr besteht, dass Nahrung in die Atemwege gelangen kann. Die Entscheidung ob du während der Geburt essen und trinken willst bleibt aber dir überlassen.

Kaiserschnitte werden heutzutage allerdings in der Regel nicht mehr mit einer Vollnarkose durchgeführt sondern mit einem Kreuzstich. Dadurch wird alles unterhalb des Einstichs im Rückenmark betäubt. Das ist deutlich schonender für die Mutter und birgt viel weniger Risiken für das Kind, da es nicht „mitbetäubt“ wird. Da das Kind über die Nabelschnur noch mit der Mutter verbunden ist würde es im Falle einer herkömmlichen Vollnarkose nämlich schon etwas davon abbekommen. So viel im Groben dazu.

Das heißt entscheiden musst du selbst.

Fakt ist aber auch, dass eine Geburt wahnsinnig anstrengend sein und viele Stunden andauern kann. Meine eigene Geburt war lange und anstrengend. Ich bin auf Nummer sicher gegangen und habe nur (gefühlte 1.000) Traubenzucker gelutscht. Das hat gereicht um mich halbwegs stabil zu halten.

Generell kann man grundsätzlich alles essen was besonders leicht und schnell verdaulich ist. Möglich sind beispielsweise Weißbrot, Bananen, Traubenzucker, alle Arten von Obst- und Gemüsesäften, Suppen, Kekse und Süßes. Die Säfte habe ich hier bewusst „falsch“ bei den Lebensmitteln angeführt weil sie sehr viel Energie, Vitamine und Mineralstoffe liefern können ohne wirklich viel Verdauungsarbeit zu verursachen. Sie sollten nur nicht zu intensiv sein. Besser stark verdünnt um den Verdauungstrakt nicht mit zu viel Säure auf einmal zu belasten.

Man könnte auch grob zusammenfassen, dass eine konstante Zucker- bzw. Kohlehydratezufur ein guter Weg ist um sich bei Kräften zu halten.

 

Wohlfühlen

Hier kann ich keine exakten Empfehlungen abgeben. Jeder muss für sich herausfinden was er braucht um sich bei der Geburt wohl zu fühlen, besser erden und entspannen zu können.

Viele mögen gerne ätherische Öle um sich mit vertrauten und angenehmen Gerüchen zu umgeben. Wer anderer möchte vielleicht die passende Entspannungsmusik hören. Wieder andere Frauen genießen es möglicherweise von ihrem Partner in den Wehenpausen mit speziellen Ölen massiert zu werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig – suche dir im Vorfeld etwas aus das dir hilft dich zu entspannen und den Kreissaal zu einem etwas persönlicheren „Wohlfühlort“ zu machen.

 

Rechtliches

Alle notwendigen Dokumente solltest du mit haben. Dazu zählen:

  • Mutter-Kind-Pass
  • Ausweis
  • Versicherungskarte
  • Heirats- oder Geburtsurkunde für die Anmeldung deines Babys

Natürlich gibt es dann viele bürokratische Schritte die möglichst zügig nach der Geburt erledigt werden sollten. Hier möchte ich aber nicht näher ins Detail gehen, es gibt großartige Checklisten und Beiträge zu diesem Thema im Internet und das würde hier den Rahmen sprengen.

 

Für die Heimreise

Eine Babyschale und ein zwei Outfits sowie eine Decke sollten eigentlich ausreichen für die Heimfahrt. Über diese kleine Reiseausstattung hinaus ist es natürlich wichtig, die Grundausstattung zu Hause schon parat zu haben. Was man da meiner Meinung nach genau braucht möchte ich dir im zweiten Teil dieser Gastartikelserie gerne erzählen.

 

 

Begleitung?

Mein Mann war während der Geburt dabei und wir hatten das Riesenglück, dass in dem Spital wo wir entbunden haben ein Familienzimmer frei war. Das heißt wir hatten einen eigenen kleinen Raum für uns und er konnte die vollen fünf Tage bei uns verbringen.

Wenn das für dich eine Option ist, dann muss natürlich auch für den Begleiter eine gute Grundausstattung vorhanden sein. Allerdings ist das weniger dramatisch, weil sich der Mann ja doch freier bewegen kann als die frischgebackene Mutter.

 

 

Ich hoffe du bist jetzt besser gerüstet und hast einen guten Überblick bekommen. Mach dir aber dennoch keinen zu großen Stress, es ist nicht so schlimm wenn du etwas vergisst. Meistens gibt es genug Besucher die dir das ein oder andere nachbringen können und wenn alles glatt läuft wirst du nicht sehr lange im Krankenhaus sein müssen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.